Auktionen - Wer online bietet, sollte die Risiken kennen
Betrugsfälle sind bei Online-Auktionen längst keine Seltenheit mehr. Wer hier mitbietet, sollte daher einige Sicherheitsregeln befolgen, um Risiken vorzubeugen.
1. Prüfen Sie das Bewertungsprofil des Anbieters. Denn so erfahren Sie, wie ihn andere Nutzer der Auktionsplattform aufgrund eigener Erfahrungen in Sachen Zahlungsmoral und Liefertermin bewerten. Handelt es sich um einen neuen oder unbekannten Anbieter ohne Leumund, seien Sie vorsichtig. Allzu überschwängliches Lob könnte von Freunden des Anbieters stammen. Das Zertifikat "Geprüftes Mitglied" der Auktionsplattform Ebay z.B. weist einen zuverlässigen Anbieter aus, der sich per Postident-Verfahren über die Deutsche Post unter Vorlage des Personalausweises bei Ebay registriert hat.
2. Studieren Sie den Auktionstext des Verkäufers ganz genau und kontaktieren Sie den Anbieter persönlich, um im Detail über sein Angebot zu sprechen. Die Kontaktdaten gewerblicher Anbieter können Sie in den Gelben Seiten nachprüfen. Verweigert ein Privatanbieter die Angabe einer Telefonnummer, seien Sie auf der Hut.
3. Wenn es sich um ein besonders günstiges Schnäppchen handelt, fragen Sie den Verkäufer am Telefon nach dem Grund und nach der Originalrechnung. Sollte er sich um eine Antwort drücken, ist Vorsicht geboten. Zusätzliche Sicherheit geben Preisvergleiche über entsprechende Portale im Internet. Fotos von der Ware in guter Qualität und größerer Zahl lassen darauf schließen, dass der Anbieter nichts zu verbergen hat.
4. Lassen Sie die Zahlung gegen eine Gebühr von etwa zwei bis zehn Euro von einem Treuhänder abwickeln. Das Geld wird dann erst freigegeben, wenn Sie mit der Ware zufrieden sind. Die meisten Auktionsplattformen bieten ihren Nutzern einen Treuhandservice an. Vorauszahlungen sollten Sie möglichst vermeiden.
5. Ebay bietet ein Käuferschutz-Programm, das seinen Teilnehmern bis zu 200 Euro Schadenersatz garantiert für den Fall, dass die Ware nicht eintrifft. Die Selbstbeteiligung beträgt 25 Euro, einen Rechtsanspruch gibt es allerdings nicht. Dokumentieren Sie in jedem Fall alle Vorgänge, um Ihren Schaden nachweisen zu können.
6. Setzen Sie sich für jede Auktion, bei der Sie bieten, ein Höchstlimit und halten Sie sich daran. So vermeiden Sie, dass Sie im Eifer der letzten Minuten mehr zahlen als Sie eigentlich bereit gewesen wären. Behalten Sie die Auktion kontinuierlich im Auge und steigen Sie erst gegen Ende ein, um den Preis abzuschätzen und ihn nicht selbst in die Höhe zu treiben.
7. Sollte dennoch etwas schiefgehen, haben Sie das Gesetz auf Ihrer Seite. Rechtlich betrachtet unterscheidet sich der Internetverkauf zwischen Privatleuten nämlich nicht von einem Einkauf im Laden.

