Erstwohnsitz Campingplatz
Allgemeine Rechtslage
In der Campingplatzverordnung der Länder ist das dauerhafte Wohnen auf Campingplätzen grundsätzlich untersagt. Besteht jedoch Einigkeit zwischen einem Campingplatzbetreiber und der zuständigen Stadtverwaltung, kann aus dem Campingplatz eine dauerhafte offizielle Wohnadresse werden.
Den geeigneten Platz finden
In den Campingführern des ADAC oder des DCC zum Beispiel sind die Ganzjahresplätze der verschiedenen Regionen eingetragen. Ob beim gewählten Campingplatz das Anmelden eines Erstwohnsitzes erlaubt ist, muss im Zweifelsfalle bei der Campingplatzleitung nachgefragt werden. Dann kann die Besichtigung der Anlage erfolgen. Folgende Punkte sollten Sie bei Ihrer Entscheidung berücksichtigen und genau prüfen:
- Lage des Campingplatzes und allgemeine Anbindung
- Infrastrukturelle Einrichtungen wie Müllabfuhr, Strom, Wärmeversorgung etc.
- Zugang zu Netzen für Telekommunikation
- Transparente Abrechnung der Kosten für unterschiedliche Leistungen
- Zusammensetzung der Gemeinschaft, Nachbarschaft und Wahrung der Privatsphäre
- Platzpflege-Leistungen wie Winterräumdienst etc.
- Platzverhältnisse des eigenen Wohnbereichs und Erweiterungsmöglichkeiten
Hat man die optimalen Bedingungen für die eigenen Bedürfnisse gefunden, schließt man mit dem Campingplatzbetreiber ein Mietverhältnis über die ausgewählte Parzelle. Der Mieter meldet sich dann zunächst bei der Kommune und anschließend bei der Stadtverwaltung an.
Art der Unterkunft wählen
Während die Parzelle üblicherweise gemietet bzw. gepachtet wird, kann man das Mobilheim, das sich darauf befindet, gebraucht kaufen oder selbst bauen. Man spricht von einem Mobilheim, weil das Gesetz vorschreibt, dass es - wie ein Blockhaus - auf- und abbaubar sein muss.
Zahlen und Fakten
- Die Parzellen für Mobilheime sind in der Regel 200 bis 300 Quadratmeter groß. Die erlaubte Größe des Mobilheims liegt je nach Landesvorschrift bei rund 50 Quadratmetern.
- Das übliche Mobilheim hat zwei bis drei Zimmer, ein Bad mit Toilette und eine kleine Küche.
- Die Errichtung von zusätzlichen Lagerräumen z.B. für Geräte, Werkzeug, Vorräte oder Außenanlagen (Terrasse o.ä.) ist in den meisten Fällen erlaubt, muss aber vorher mit dem Campingplatzbetreiber abgestimmt und schriftlich beantragt werden.
- Ein neues Mobilheim oder Blockhaus gibt es bereits für 800 bis 1.000 EUR pro Quadratmeter. Viele Hersteller bieten Komplettlösungen mit vollständiger Inneneinrichtung an, die in großer Auswahl an unterschiedlichen Designs erhältlich sind.
- Wer mit sehr wenig Platz auskommt, kann auch ein Wohnmobil oder einen umgebauten Wohnwagen auf seine Parzelle stellen. Ein gebrauchter Wohnwagen ist bereits ab 1.500 EUR zu haben, ein neues Wohnmobil kostet dagegen ab 40.000 EUR.
Kosten abwägen
Geht man bei einem Grundstück von 200 bis 300 Quadratmetern von einem Mietpreis von 5,50 EUR pro Jahr und Quadratmeter aus, fallen pro Monat rund 100 EUR Mietkosten an. Die Nebenkosten inklusive Heizung können auf etwa 150 bis 180 EUR geschätzt werden. Bei dieser Rechnung würde der reine Mietpreis für das Wohnen in einem Mobilheim auf dem Campingplatz monatlich weniger als 300 EUR kosten.

